
Welche Vorsorgeuntersuchungen sind sinnvoll?
Die universitären Zentren für Hausarztmedizin haben ein nationales Programm zur evidenzbasierten Prävention (EviPrev) erarbeitet. Sie empfehlen nicht für alle Männer und Frauen die gleichen Vorsorgemassnahmen.
Blutdruckmessung
Langfristig erhöht Bluthochdruck das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oft haben Menschen einen hohen Blutdruck, ohne Symptome zu spüren.
Empfehlung: Männer und Frauen sollten ab 18 Jahren alle drei, ab 40 Jahren jährlich den Blutdruck messen.
Krebsabstrich
Gebärmutterhalskrebs ist in der Schweiz bei Frauen zwischen 20 und 49 Jahren die fünfthäufigste Krebsart. Humane Papillomaviren (HPV) sind der wichtigste Risikofaktor. Seit der Einführung des zytologischen Screenings (Pap-Abstrich) konnte die Anzahl neu auftretender Erkrankungen in der Schweiz massiv reduziert werden.
Empfehlung: Sexuell aktive Frauen sollten alle drei Jahre ein zytologisches Screening machen (ab 21) beziehungsweise ein zytologisches oder ein HPV-Screening (ab 30).
Mammografie
Mit einem Screening lässt sich Brustkrebs im frühen Stadium entdecken. Das Röntgenverfahren ist aber – unter anderem aufgrund der hohen Zahl von Überdiagnosen – umstritten. Sinnvoll sind regelmässige Mammografien deshalb vor allem für Frauen, deren direkte Angehörige an Brustkrebs erkrankt sind.
Empfehlung: Frauen ab 50 Jahren sollten mit ihrer behandelnden Ärztin entscheiden, ob sie alle zwei Jahre eine Mammografie in Betracht ziehen möchten.
PSA-Test
Der PSA-Test zeigt die Konzentration eines bestimmten Eiweisses, das in der Prostata gebildet wird. Die Aussagekraft des PSA-Werts ist umstritten. Insbesondere bei Männern mit einem höheren Risiko respektive Fällen von Prostatakrebs in der Familie vor dem 65. Lebensjahr kann sich der Test allerdings lohnen.
Empfehlung: Männer ab 50 Jahren sollten in einem Gespräch mit ihrem Arzt entscheiden, ob sie alle ein bis zwei Jahre einen PSA-Test in Betracht ziehen möchten.
Darmkrebs-Screening
Ab dem 50. Altersjahr steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Ein Test auf Blut im Stuhl (FIT) oder eine Darmspiegelung ermöglichen eine frühzeitige Diagnose. Während die erste Variante wesentlich schonender ist, besteht der Vorteil der zweiten darin, dass man während der Darmspiegelung allfällige Polypen im Dickdarm direkt entfernen und somit eine Krebsentwicklung verhindern kann.
Empfehlung: Frauen und Männer ab dem 50. Altersjahr sollten in einem Gespräch mit ihrer Ärztin entscheiden, ob sie alle zwei Jahre einen FIT oder einmal alle zehn Jahre eine Darmspiegelung machen möchten.

