
Das Impf-Dilemma: Welche Versorgungslücken entstehen
Auch bei Masern gibt Schmiedel grundsätzlich Entwarnung: «Das Risiko der Ansteckung von Masern ist in den USA, wo entsprechend Masernausbrüche gemeldet sind, nur dann relevant, wenn Personen nicht geimpft sind. In der Schweiz sind gemäss BAG über 95 Prozent der Bevölkerung gegen die Masern geimpft, so dass für diese Personen kein Risiko besteht.» In der Schweiz erhalten Kinder in der Regel zwei Impfungen gegen Masern, die für einen lebenslangen Schutz ausreichen. Diese Impfungen werden gemäss Schmiedel sehr konsequent durchgeführt.
Anders sieht es bei Krankheiten aus, die eine Auffrischimpfung im Erwachsenenalter erfordern, wie etwa Tetanus oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Schmiedel beobachtet, dass Routineimpfungen bei Erwachsenen nicht mehr so genau im Auge behalten werden wie bei Kindern. Auf eine zunehmende Impfskepsis lasse sich das zwar nicht zurückführen, trotzdem warnt sie gegenüber dem Beobachter davor: «Es ist wichtig, die europäische Bevölkerung weiterhin gut zu impfen. Damit dies gelingt, müssen wir die zunehmende Impfskepsis ernst nehmen und ihr mit einem guten Dialog begegnen.»

