
Man nehme eine Köchin, einen Chef, ein Restaurant. Man lasse die Zutaten ein paar Wochen ruhen. Dann vermenge man sie mit zahlreichen Gästen und Überstunden. Mit einem Schuss Stress, einer Prise Konflikt. Zuletzt lasse man die Masse aufgehen – bis sich eine harte Kruste bildet. Mit tiefen Rissen.
«Plötzlich ging gar nichts mehr: der Geruch von Essen, das Geklapper von Besteck, allein der Gedanke an ein Restaurant. Zu Hause konnte ich nicht mehr kochen, nicht einmal in der Küche stehen», sagt Sina Jöhl. Dabei habe sie ihr halbes Leben in Restaurants verbracht. Schon mit zwölf, um Taschengeld zu verdienen. Später als Servicekraft, Köchin, Küchenchefin.

