
Monika Schmid, 67, war 37 Jahre lang Seelsorgerin der römisch-katholischen Kirchgemeinde Illnau-Effretikon ZH, 23 Jahre davon als Gemeindeleiterin. 2008 kritisierte die Theologin im «Wort zum Sonntag» auf SRF, dass Priester, die offen in einer Beziehung lebten, aus dem Priesteramt entfernt würden. Priester, die hingegen Kinder und Schutzbefohlene missbrauchten, würden bloss an andere Orte versetzt. Für ihren mutigen Auftritt erhielt sie 2008 den Prix Courage des Beobachters.
Auf ihre Kritik am Umgang der Kirche mit Homosexualität reagierte das Bistum 2018 erneut mit dem Entzug der Missio, also der Erlaubnis, als Seelsorgerin tätig zu sein. Schmid wehrte sich und bekam recht.
Bis zu ihrem letzten Arbeitstag blieb Monika Schmid unbequem. 2022 feierte sie an ihrem Abschiedsgottesdienst die Messe mit und sprach das Hochgebet mit, was nach kirchlichem Recht geweihten Priestern vorbehalten ist. Schmid und ihre vier Mitzelebrierenden erhielten einen Verweis des Churer Bischofs Joseph Bonnemain wegen «liturgischen Missbrauchs».

