
Der Sohn der Künstlerin Pipilotti Rist heisst Himalaya, als Mädchen hätte er Pepperminta geheissen. Ungewöhnlich, aber damals wurde Himalaya von den Zivilstandsbeamten klaglos durchgewunken. Ein Hinweis darauf, dass die Schweiz bezüglich Namensgebung für Babys als tolerant gilt.
Es existiert keine Liste von Vornamen, die nicht vergeben werden dürfen. In der Zivilstandsverordnung steht einzig, dass Vornamen zurückgewiesen werden können, «wenn die Interessen des Kindes offensichtlich verletzt werden». Die Namensgebung wird von den jeweils zuständigen Zivilstandsämtern im Einzelfall geprüft. Lehnen sie einen Antrag ab, können die Eltern diesen Entscheid gerichtlich anfechten.
Heikel als Kindernamen sind Verkleinerungsformen, Sachbezeichnungen, Markennamen oder einschlägig vorbelastete Vornamen wie Adolf. Auch Einzelbuchstaben oder Namen mit Zahlen- und Zeichenkombinationen werden nicht akzeptiert. Grundlage der Prüfung ist das «Internationale Handbuch der Vornamen», das etwa auch in Deutschland angewendet wird. Dort wurden Namen wie diese abgelehnt: Atomfried, Bierstübl, McDonald oder Verleihnix.
Dabei ist die Namenspalette auch dem Zeitgeist unterworfen. Vor zehn Jahren hätte es der Name Bax wohl noch schwer gehabt. Seit der Schweizer TV-Serie «Tschugger», deren Held so heisst, hat sich das geändert: Es gibt heute in der Schweiz drei Buben namens Bax.

