
«Ungerechtigkeit wird nur verlagert»
Für viele Kritiker ist klar: Die Heiratsstrafe werde nicht abgeschafft, sondern lediglich verlagert.
Leser Martin Kuster schreibt: «Es kann nicht sein, dass mit der Abschaffung der ungerechten Heiratsstrafe neue Ungerechtigkeiten installiert werden. Bei Einverdienerhaushalten und generell bei grossen Unterschieden im Einkommen der Verheirateten werden saftige Steuererhöhungen ins Haus flattern. Profitieren werden kinderlose, gut verdienende Paare.»
Daniel Kronauer argumentiert: «Ich finde es generell schlecht, wenn man eine Ungerechtigkeit für einen Teil der Bevölkerung abwendet, indem man eine Ungerechtigkeit für einen anderen Teil in Kauf nimmt.»
Auf unseren sozialen Medien wird derselbe Punkt emotional diskutiert. Dort ist von einer «Bestrafung» klassischer Familienmodelle die Rede. Wer Kinder betreut und deshalb weniger verdient, werde künftig stärker belastet.

