
Emotionale Vernachlässigung wird über Generationen weitergegeben
Eine Langzeitstudie der Universität Genf und des CHUV Lausanne untersuchte das Einfühlungsvermögen von Müttern mit traumatischer Kindheit. Sie zeigt: Traumatisierte Mütter erkennen die Gefühle ihrer Kinder deutlich schlechter als nicht-traumatisierte. Oft missdeuten sie emotionale Signale, schätzen ihre Kinder negativer ein und erleben deren Gefühle als bedrohlich – weil sie eigene traumatische Erfahrungen triggern. Diese emotionale Überforderung beeinträchtigt ihre Fähigkeit, fürsorglich zu reagieren. Die Kinder entwickeln dadurch häufiger emotionale Auffälligkeiten wie Trotz, Angst oder Depression. Ein stabiles, mitfühlendes Umfeld – auch durch andere Bezugspersonen – kann hier schützend wirken. Sich Hilfe zu suchen, ist zentral: Geht es der Mutter besser, hilft das auch dem Kind.

